Während die drei Jäger nur vermutliche Vorfahren sind, sind es die Paleovenetier fast sicher. Auch das ist dank Funde und Ausgrabungen dokumentiert, die immer noch im Gang sind, in Auronzo di Cadore und anderswo in Venetien. Diese Ausgrabungen haben Lamellen ans Tageslicht gebracht, die mit etruskischen Charakteren beschriftet waren, während der letzte zufällige Fund (1999) eines Steins mit Einschnitten etruskischer Schriftzeichen in Mondeval, dem Fundort des Mannes aus der Mittelsteinzeit, das Mosaik vervollständigt. Fügt man noch den berühmten Stein mit eingeritzten etruskischen Schriftzeichen hinzu, der im vergangenen Jahrhundert auf dem Pore, einem Berg jenseits des Averau gefunden wurde, die zwei Steine mit etruskischer Schrift, gefunden im letzten Jahrhundert in Feltre, die über Hundert bronzenen Gebrauchsgegenstände, die in Lagole di Cadore ausgegraben wurden, alle mit etruskischen (oder etruskisch-romanischen) Gravierungen, ist das Bild fast komplett. Etwas weiter von uns entfernt die Funde, auch diese mit etruskischen Gravierungen in Ovaro, östlich des Cadore-Tals und in Gurina in Kärnten, jenseits des Montecroce Comelico. Diese Orte wurden als die nördliche Grenze der Gegend betrachtet, die die Sprachforscher als Paleovenetier oder Veneter bezeichnen. Ein perfekter Ring, der die Talmulde Cortinas umschließt. Im Süden erstreckt sich das Gebiet, das Venetien beendet, mit den westlichsten Punkten bis Verona und Vicenza, bis ca. an die Grenze mit Rätien. Weil sich das Epizentrum in Este befindet, dem Ort vieler Funde, wird diese Kultur "Atestina" genannt.
Dieses Volk kannte also die Schrift und drückte sich in Botschaften aus, noch nicht alle interpretiert, die sowohl auf Metallblättchen als auch auf Steine eingraviert waren, indem sie sich eines Alphabets bedienten, das von den Etruskern kam und das von rechts nach links gelesen wurde. Die ältesten Schriften gehen bis zum VI V Jahrhundert vor Christus zurück; die jüngsten, die nach den Sprachforschern von "einem Lateiner" graviert wurden oder besser gesagt, von einem, der beide Sprachen beherrschte, stammen aus dem I. Jahrhundert vor Christus, als schon die Besetzung durch die Römer im Gang war. Das Volk, als Paleovenetier oder Veneter bezeichnet, siedelte schon dauerhaft in der Talsohle (Feltre, Calalzo, Auronzo, Fundorte von Botschaften in lateinisch), wo sie ihre eigenen geweihten Stätten hatten. Je nach Jahreszeit ging es auf die Hochalpen mit dem Vieh und auf die Jagd. In Mondeval und auf dem Pore, in der unmittelbaren Nähe Cortinas, haben uns diese Männer schriftliche Mitteilungen hinterlassen, die Grenzsteine (deutsche Wissenschaftler) oder Grabsteine (italienische Schule) sein könnten. Funde dieser Art wurden in Cortina nicht gemacht. Bedeutet dies, daß das Tal nicht bewohnt war? Auf keinen Fall. Es mag unglaublich erscheinen, aber bis heute sind in Cortina noch nie archäologische Nachforschungen angestellt worden. Es ist also nur eine Frage der Zeit (oder des Glücks).
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