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Dem Zeughaus, einer wichtigen, besser gesagt einer lebensnotwendigen Einrichtung, wurde die Befugnis erteilt, über den Besitz der Wälder zu entscheiden, ein Recht, das die Cadoriner für sich beanspruchten; tatsächlich waren die Schiffe der Flotte auch aus dem Holz gebaut, das aus den Wäldern des Cadore stammte und jegliche äußere Einmischung wäre einem Selbstmord gleichgekommen.
Der Betrag aller Geldstrafen (wie auch die Grenzzölle) mußten ausschließlich in die Kassen der Republik Venedig bezahlt werden, ohne daß auch nur ein Teil den Gemeinden zugute kam (Ergänzung 1350); auch dies verständlich, da die Cadoriner keine direkten Steuern zahlen wollten. Die Pfarrer durften auf die Gottesdienste keinen Tarif auferlegen, wie auf alle notariellen Dienste, sondern man mußte den Spendern die Höhe der Almosen überlassen. Das weltliche Venedig wollte nicht den Verdacht der Simonie auf sich ziehen.
Die strengen Strafen "das Abschneiden der Zunge, Brandzeichen im Gesicht, Verlust der Hand, die für einige Straftaten vorgesehen waren, waren wegen ihrer Grausamkeit in der venezianischen Rechtsordnung nicht zugelassen, deswegen wurden sie durch Strafen ersetzt, die in den venezianischen Gesetzen vorgesehen waren.
Im übrigen akzeptierte die Republik vollständig das, was die cadorinischen Gesetzgeber entschieden hatten, weil damit der soziale Frieden geschützt und die Werte, auf die die Republik Venedig aufgebaut war, nicht beeinträchtigt wurden.
Die Cadoriner besuchten Venedig seit undenklichen Zeiten, vorallem weil dort die gleiche Sprache gesprochen wurde, während in den Städten nörlich von ihnen, Bruneck, Brixen, usw. Deutsch gesprochen wurde, das dem größten Teil der Bevölkerung unbekannt war. Mit dem neuen politischen Status wurde dies noch leichter. Das ganze Holz aus dem Cadore und dem Ampezzo kam, wir haben daran erinnert, schnell und wirtschaftlich dank des Transports auf den Flüßen, nach Venedig. Aus der Lagune kam das Salz, unentbehrlich für das tägliche Leben. Die Cadoriner importierten aber aus "dem Unterland" den größten Teil der Konsumgüter, Getreide, Wein, Öl, Stoffe, Küchengeräte, Arzneimittel, Schmuckstücke für die Bräute, Schreibmaterial und fast alle Kirchengeräte. In den venezianischen Werkstätten wurden Handwerker ausgebildet, auch diejenigen aus Ampezzo, die anschließend eigene Werkstätten gründeten, als Glaser, Gerber und vorallem als Dachdecker und Schreiner. Die Kinder der Reichen zogen in die venetischen Städte, vorallem nach Padua, um zu studieren, während die Jungen, die Geistliche werden wollten, das berühmte Seminar in Udine besuchten, da die Verbindung mit der Diözese des Patriarchen nicht abgerissen war, wie wir schon gesehen haben.
Während des Winters, wenn der Ackerbau ruhte, gingen viele Leute, sowohl Männer als auch Frauen, nach Venedig um Hilfsarbeiten zu verrichten, wie Holzhacker, Milchhändler, Verkäufer von Krokant und gekochten Birnen, Diener in Häusern von Adligen. Dieser soziale Aspekt blieb der gleiche, auch nachdem Ampezzo Teil des österreichischen Kaiserreichs wurde.
Lange könnte (oder müßte) man darüber reden, wie Venedig seine Untertanen behandelte, aber fast alles wurde schon von italienischen und ausländischen Wissenschaftlern aufgezeichnet, die hauptsächlich ihre Bewunderung ausdrückten. Die Besonderheiten der Verbindung zwischen dem Cadore und dem Dogen gehen aus dem "Vertrag" des Anschlusses hervor, entsprechend der pragmatischen Grundsätze, die die Regierung der Republik bestimmten. Den Rechtsgelehrten des "Collegio dei Pregadi" (Pregadi waren Mitglieder des Senats von Venedig, die vom Dogen gebeten wurden, ihre Meinung zu den wichtigsten Beschlüssen abzugeben) wurde der Text des Statuts zur Prüfung unterbreitet und sie hielten nur sieben Korrekturen, alle inhaltlicher Art, für nötig.
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