Der Ersten Weltkrieg in Arabba

Der Erste Weltkrieg in dem Valle di Fodom

Als am 24. Mai 1915 Österreich-Ungarn der Krieg erklärt wurde, unterstanden die Dolomiten der 4. italienischen Heeresgruppe deren Aufgabe es war, Toblach und Bruneck zu erreichen, um so das Trentino zu isolieren. Aufgrund einer Reihe von widrigen Umständen - Mängel in der Organisation, schlechte Koordination zwischen den Heeresteilen, Verzögerungen bei der Versorgung - verpasste Italien den günstigen Augenblick als der Feind noch unvorbereitet war weil er bereits seit einem Jahr an anderen Fronten kämpfte, und gab den Österreichern so Gelegenheit, die eigenen Verteidigungsstellungen zu verstärken. In der ersten Phase der Auseinandersetzung griffen die Italiener in den Abschnitten Costabella, Marmolada, Col di Lana, Val Parola - Lagazuoi - Tofane an, ausserdem am Monte Piana und bei den Drei Zinnen.

Anders als bei den anderen strategisch wichtigen Punkten, wo die Angriffe mit kleinen Einheiten durchgeführt wurden, verfolgte man auf dem Col di Lana eine andere Strategie, mit direkten Angriffen in aufeinander folgenden Wellen, wobei tausende von Soldaten grossen Gefahren ausgesetzt wurden, ohne damit grosse Erfolge zu erzielen. Mit Anbruch des Winters 1915-16 ergaben sich weitere Probleme: weil man geglaubt hatte, dass der Konflikt nur wenige Wochen dauern würde, war die Ausrüstung der Soldanten völlig ungeeignet für die Wetterverhältnisse im Gebirge - weil der Transport von Lebensmitteln und wichtigen Materialen nicht sichergestellt werden konnte, erfroren Tausende von Soldaten. Diese Mängel versuchte man dann abzustellen, indem Seilbahnen gebaut wurden die es dann ermöglichten, in dieser Gegend geeignete Baracken und Unterstände zu erreichen.

Der wichtigste Aspekt in diesem Konflikt war der, dass sich die gegnerischen Heere, zum ersten Mal in der Geschichte, in großen Höhen gegenüberstanden, in einer ungewohnten und feindseligen Umgebung, wo Gefahren nicht nur vom Feind drohten, sondern auch durch eine schwierige und komplexe Natur. Die Feinde standen sich also gegenüber, ohne dass eine Seite Vorteile erringen konnte, und diese festgefahrene Auseinandersetzungführte zu einem "Stellungskrieg"; die Notwendigkeit, Wege zu finden, um diese Situation zu entspannen, führte dann zum Bau von Stellungen, Tunneln, Gängen, die direkt in den Fels gehauen wurden; diese legen heute nicht nur Zeugnis ad für ein schreckliches Leben und enorme Bauwerke, sondern stellen auch echte Kunstwerke dar, die unser interesse und unsere Bewunderung verdienen.

Eine weitere Konsequenz aus diesem Stellungskrieg war, dass die Auseinandersetzung zu einem "Minenkrieg" weiterentwickelt wurde. Dafür wurden unterirdische Tunnel und Gänge gegraben, mit Sprengstoff gefüllt und dann zur Explosion gebracht, um die darüber liegenden gegnerischen Stellungen zu zerstören. Diese methode, die in der Marmolada wiederholt wurden, zeigte am 17. April 1916 ihre bemerkenswerteste Auswirkung: mit 5500 Kg Sprengstoff wurde der Gipfel des Col di Lana (Blutberg) weggesprengt, der sofort danach erobert werden konnte.

Der Beginn des Winters 1916-17 brachte neue Schwierigkeiten und neues Unglück mit sich: die heftigen Schneefälle führten zu Lawinenabgängen, die Stellungen und Depots trafen und im gesamten Bereich der Dolomiten auf beiden Seiten zahlreiche Menschenleben ausläschten; ein Beispiel ist die große Lawine, die sich in Punta Penia in Marmolada löste, ein komplettes Lager der Österreicher vernichtete und dabei 300 Soldaten tötete. Der Stellungskrieg und die Notwendigkeit, immer neue strategische Punkte zu besetzen treib die Soldaten dazu, bisher unbezwungene Wände zu durchsteigen und neue Gipfel zu erklimmen; aus militärischen Operationen wurden auf diese Weise bergsteigerische Unternehmungen.

Auf die große Offensive am 24. Oktober 1917, die die front bei Caporetto aufbrach und zum Rückzug in Richtung Piave und Monte Grappa führte, folgte der Rückzug der 4. Heeresgruppe aus den Dolomiten. Die Gruppe wurde in der Ebene mit dem sich zurückziehenden Heer aus dem Friaul zusammengelegt um eine neue Verteidigungslinie aufzubauen, von der aus dann eine neue,  große und siegreiche Offensive startete.