Die Kirche „Madonna della Difesa“ in San Vito di Cadore

Nur einen Steinwurf von Cortina entfernt trifft im Herzen der Dolomiten Geschichte auf Kunst und Frömmigkeit.
Die kleine Kirche „Madonna della Difesa“ in San Vito di Cadore wurde in Erfüllung eines Gelübdes errichtet, das an einem Wintertag des Jahres 1412 jenseits der Burg Peutelstein von den freiwilligen Soldaten von Ampezzo und des Cadore-Tals abgelegt wurde.

Die unheilvolle Nachricht von der Stürmung der Burg durch die Truppen von Sigismund von Luxemburg kam nicht ganz unerwartet: Man wusste nämlich von der Absicht des Kaisers, nach Rom zu reisen, um sich vom Papst krönen zu lassen. Die freiwilligen Soldaten aus Ampezzo und der Ortschaft San Vito di Cadore, die damals auch Selva di Cadore, Borca di Cadore, Vodo di Cadore, Peaio di Cadore und Vinigo di Cadore umfasste, eilten vollen Mutes herbei, um die Burg zu verteidigen. Sie waren jedoch zahlenmäßig und im Hinblick auf die militärische Ausbildung unterlegen. Bevor sie kapitulierten, beteten sie zur Muttergottes, die daraufhin ein Wunder wirkte. Wie? Das weiß man nicht. Gewiss ist, dass sich die feindlichen Truppen zurückzogen, wobei sie jedoch einige Gefangene mitnahmen! Doch die Dörfer waren unversehrt, ebenso Frauen und Kinder. Die Mitglieder der „Confraternita dei Battuti“ (dt. Bruderschaft der Geschlagenen) von San Vito di Cadore machten sich so bald wie möglich ans Werk, um das Gelübde zu erfüllen. Und so kam es zur Errichtung jenes Teils der Kapelle, der heute die Apsis der Kirche „Madonna della Difesa“ bildet. 
Ein perfektes, komplett mit Fresken ausgeschmücktes Juwel. An der Decke sind Szenen aus dem Leben der Jungfrau Maria zu sehen; an der rechten Wand die Heiligen Lucia, Rochus und Sebastian; an der gegenüberliegenden Wand eine großartige Darstellung mit zwei Gruppen von Soldaten zu Pferd in der Mitte beim Aufmarschieren vor einem Turnier. Unter ihnen befinden sich ein paar aus dem Sattel geworfene Soldaten und oberhalb der heilige Veit in rotem Gewand sowie der als Feuerwehrmann gekleidete heilige Florian. Im Schatten kann man die Silhouetten des Schlosses von Pieve di Cadore und der Burg Peutelstein erkennen. Die Madonna mit dem Kind im Arm und dem Schwert in der Faust bildet den oberen Abschluss der Szene. Während der Maler der Fresken unbekannt ist, wurde deren Entstehungszeit vom Kunsthistoriker Philippe Daverio bei seinem Besuch im Jahr 2014 den ersten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts zugeordnet. 
Auf dem Hauptaltar befindet sich das leuchtende Triptychon von Francesco Vecellio, Bruder von Tizian (1475-1560), mit der lächelnden Madonna, dem nackten Jesuskind als neuem Adam sowie an den Seiten mit den Heiligen Hermagoras und Antonius. 

Die Kirche von Vinigo di Cadore und Besuch des Ortszentrums

Vinigo di Cadore ist das älteste Siedlungsgebiet des Boitetals.
Die Kirche „San Giovanni Battista“ befindet sich in Vinigo di Cadore, einem Dorf in der Gemeinde Vodo di Cadore, das wegen seiner traumhaften Panoramalage auch als „Terrasse der Dolomiten“ bekannt ist. 
Die Kirche wurde 1500 erbaut und anschließend 1700 erweitert. Sie weist eine einfache und lineare Struktur auf: Das einzige Kirchenschiff grenzt an einen Chor mit nicht weniger als fünf Altären und wird von einem Deckengewölbe überspannt.
Die zum Nationaldenkmal erklärte und unter der Aufsicht des Venezianischen Denkmalamts (Soprintendenza di Venezia) stehende Kirche beherbergt in ihrem Inneren ein reiches künstlerisches und kulturelles Erbe. 

Besichtigung der „Murales“ bzw. Wandmalereien in Cibiana di Cadore und des Messner Mountain Museums

Cibiana ist eine Gemeinde des Alto Cadore nahe der Scharte Forcella Cibiana, des Passes, der das Cadore-Tal vom Val di Zoldo trennt.
Es handelt sich nicht um ein einfaches Bergdorf, sondern um ein echtes Freilichtmuseum, das mit seinen mehr als 50 an die Fassaden der alten Häuser gemalten Murales heute als „Dorf, das seine eigene Geschichte malt“ bekannt ist. 
Alles begann 1980 mit einer Initiative, die von Osvaldo Da Col, dem Präsidenten des Tourismusvereins „Pro Loco“, und Vico Calabrò, einem bekannten lokalen Maler, mit dem Ziel eingeleitet wurde, der Ortschaft neues Leben einzuhauchen und die Erinnerung an die Traditionen der Vergangenheit zu bewahren. Im Rahmen der Initiative kamen begabte Maler aus Venetien und der ganzen Welt – darunter sogar Künstler aus Japan und der ehemaligen UdSSR – nach Cibiana, um die Häuser des Dorfes mit Wandmalereien zu versehen. Jedes der an den Wänden der alten Häuser entstandenen Werke erzählt die Geschichte des Ortes und insbesondere die des Hauses, deren Fassade es ziert.
 Reinhold Messners Messner Mountain Museum Dolomites oder „Museum in den Wolken“ befindet sich auf dem Gipfel des Monte Rite auf 2.187 m. ü. d. M. und ist eines der faszinierendsten Museen der Dolomiten.
Das Museum bietet eine herrliche Aussicht auf die Dolomitengipfel: Von hier aus sieht man nämlich den Monte Pelmo, den Monte Civetta, die Marmolada, die Tofane, die Sorapis-Gruppe, den Antelao, die Marmarole- und Schiara-Gruppe, den Monte Agnèr, die Moiazza-Gruppe, den Cimon della Pala, aber auch das gesamte Gebiet von Centro Cadore, des Boitetals, von Cortina und der Scharte Forcella Cibiana. Ein Museum, in dem die Dolomitengipfel selbst die ausgestellten Werke sind und auch das zentrale Thema der im Inneren der Festung errichteten Galerie darstellen.
Es ist vom Cibiana-Pass aus zu Fuß in etwa zwei Stunden oder mit dem kostenpflichtigen Shuttleservice zu erreichen. 

Die Kirche „Sant’Orsola“ in Vigo di Cadore

Die Kapelle „Sant’Orsola“ befindet sich im Zentrum von Vigo di Cadore und stellt ein interessantes und wertvolles Denkmal mit einem unvergleichlichen künstlerischen und architektonischen Erbe dar.
Das Innere des Bauwerks weist ein einziges riesiges Fresko mit der Darstellung der Legende der heiligen Ursula auf, der Tochter des Königs von England, die zum Christentum konvertierte und getötet wurde, nachdem sie sich geweigert hatte, einen heidnischen Prinzen zu heiraten. 

Das Dorf Pieve di Cadore und seine Museen

Pieve di Cadore (878 m), historische Hauptstadt des Cadore-Tals und besser bekannt als Geburtsort des Tizian, ist das Zentrum der Verwaltung, des Handels und der Kultur der Gegend.
Die Kleinstadt ist der Geburtsort von Tiziano Vecellio und verwahrt verschiedenste Dokumente und Kunstwerke des berühmten Renaissancemalers. Einen Besuch wert sind das Geburtshaus mit dem Museum, das dem Künstler gewidmet ist, sowie das berühmte „Gran Caffè Tiziano“, das den Hauptplatz des Ortes überblickt, und die in den religiösen Stätten strengstens gehüteten Fresken. 
Das Gebäude des Palazzo della Magnifica Comunità aus dem Jahr 1477 beherbergt das Archäologische Museum Cadorino, in dem Funde aus der Römerzeit aufbewahrt werden.
Das Brillenmuseum in Pieve di Cadore ist eines der renommiertesten Museen der Welt zum Thema Brillen. Diese wurden ab Ende des 19. Jahrhunderts nach und nach flächendeckend im gesamten Cadore-Tal hergestellt. 

Das Tal Val di Zoldo

Wiege der zeitlosen Dörfer und „Tabià“
Ab Ende des 19. Jahrhunderts verließen einige Familien aus dem Val di Zoldo allmählich das Tal, um die Tradition von hausgemachtem Eis in großen italienischen und internationalen Städten zu verbreiten. In der Tat kann man bei einem Spaziergang durch die Straßen von Wien, aber auch anderen Städten Österreichs, Deutschlands oder Spaniens nach wie vor ein leckeres Eis aus dem Val di Zoldo genießen. Dieses ist auf der ganzen Welt beliebt und steht für frische, naturreine und sorgfältig ausgewählte Produkte. Das Augenmerk auf die Qualität der Lebensmittel sorgt zusammen mit deren richtigen Dosierung und Verarbeitung für ein Produkt, das als wahre Gaumenfreude bezeichnet werden kann. 
Bei einem Besuch des Val di Zoldo ist ein Zwischenstopp in den höher gelegenen Ortsteilen Fornesighe und Coi, die sich nach vielen Jahrzehnten auch heute noch durch die für die Gegend charakteristischen alten Holzscheunen, die sogenannten „Tabià“, auszeichnen, ein Muss.