Die Dolomiten: UNESCO-Weltnaturerbe

Es waren die Wissenschaft und die Schönheit dieser Berge die im Jahr 2009 zur Bewerbung und anschliessenden Ernennung zum Weltnaturerbe der Dolomiten durch die UNESCO führten.

Die UNO-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur war, wie übrigens auch Goethe, Mario Rigoni Stern und Le Corbusier, angetan von der Schönheit dieses Gebirges, mit seinen monumentalen und vielfach zerklüfteten Formen, und von den zauberhaften Farben, die bei Sonnenuntergang von lila über rosa und orange bis zu rot reichen.

Allgemein als eine der schönsten Gebirgslandschaften weltweit anerkannt, faszinieren die Gipfel der Dolomiten mit ihrer besonders reichhaltigen Formenvielfalt mit Zinnen, Felsspitzen und -türmen, die mit horizontalen Strukturen wie Simsen, Geröllfeldern und Hochebenen kontrastieren. Die Erhabenheit und Grossartigkeit der Formen wird durch die Kontraste zwischen den den blassen Farben der Felsen und den starken Farben der darunter gelegenen Wälder und Weiden betont.

Dolomit – das Gestein der Dolomiten

Dolomit ist ein nach dem französischen Geologen Déodat de Dolomieu benanntes Mineral.

Dieses Gestein besteht aus Kalziumkarbonat und Magnesium, das im trigonalen System kristallisiert. Dolomitgestein ist kristallförmig oder als massiges Aggregat vorzufinden, weiß und rosafarben. Diese typische Felsfarbe ist für das Naturschauspiel „Enrosadira“ verantwortlich: Wenn im Morgengrauen und in der Abenddämmerung das Sonnenlicht die Gipfel der Dolomiten erreicht, erstrahlen diese in rosa und orange. Die Entstehung des Dolomitgesteins ist noch nicht vollkommen geklärt.

Es gibt umfangreiche Ablagerungen davon in den geologischen Schichten, wobei dieses Mineral jedoch in den jüngeren Schichten sehr selten ist. Bei etwa 10% aller Sedimentgesteine handelt es sich derzeit um Dolomit und man nimmt an, dass es während der verschiedenen Erdzeitalter in der Nähe der Erdoberfläche entstanden ist. Die Synthese im Labor erfordert jedoch Temperaturen von über 100° C, normalerweise eine Bedingung für die Bildung von Sedimentbecken sind.

In den fünfziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde Dolomit in stark salzhaltigen Seen in der Region Coorong in Süd-Australien gefunden. Dolomit-Kristalle treten auch in Sedimenten mitten im Meer auf und weisen eine große Menge von organischen Stoffen vor. Dieses Dolomitgestein wird als "organisches Dolomit " bezeichnet. Neuerdings haben Forscher in der Nähe von Rio de Janeiro einen anaerobischen Entstehungs-Mechanismus von Dolomit durch Übersättigung in den Seen entdeckt

Deodàt de Dolomieu – der Namensgeber der Dolomiten

Deodàt de Dolomieu – der Namensgeber der Dolomiten

Deodàt de Dolomieu wurde 1750 in einem Dorf des französischen Départements Isère geboren. Sein adliger Vater, ein Markgraf, hatte für ihn eine militärische Karriere im Sinn und ließ ihn schon im Alter von 3 Jahren in den Malteserorden aufnehmen. Das ermöglichte ihm, viel zu reisen und seine wissenschaftliche Leidenschaft zu befriedigen.

Nach der humanistischen Ausbildung widmete er sich dem Studium der Chemie und der Naturwissenschaft und alsbald dann der Geologie.
Dolomieu analysierte viele sowohl noch nicht entdeckte als auch bereits bekannte aber wenig erforschte Mineralien und legte seine Abhandlungen schriftlich nieder. Den Ruhm erlangte er jedoch dank der Entdeckung des Dolomit-Gesteins. Dieses Gestein ist im Alpenraum von Veneto, Südtirol und Friaul-Julisch-Venetien verbreitet und besteht aus einem Doppelcarbonat von Calcium und Magnesium.

Diese Alpenregion wurde erst 1864, also Jahrzehnte später nach ihm benannt, als Josiah Gilbert und George Churchill - ein Maler und ein Naturforscher - in Großbritannien das Tagebuch ihrer Reise durch die Alpen mit dem Titel „The Dolomite mountains“ veröffentlichten. Deodàt starb früh, mit 51 Jahren, an den Folgen seiner Inhaftierung in Messina aufgrund von Konflikten mit dem Malteserorden.