Mountain Bike - Der Erste Welt Krieg Tour 1 (Alleghe)

Schwierigkeitsgrad sehr schwierig Länge82,76 km

Es gibt kaum einen Skifahrer, der sie nicht kennt, die Sella Ronda, die berühmte Runde um das Sella-Massiv, die man wahlweise in der einen oder anderen Richtung fahren kann. Weniger bekannt, aber nicht minder reizvoll ist eine andere große Skitour im Bereich des Dolomiti Superski, der Giro de la Grande Guerra, der in großen Bereichen auf der Frontlinie des ersten Weltkriegs verläuft (Der erste Weltkrieg wird in Italien la grande Guerra genannt). Diese Skitour wurde entwickelt von Silvano Rudatis, dem Inhaber des Hotels Alleghe und erfahrenen Bergfex, der die Gegend wie kein zweiter kennt. Mit ihm zusammen habe ich den Giro de la Grande Guerra für das Bike entwickelt und zwar nach dem Vorbild der Sella Ronda in beide Richtungen, einmal gegen und einmal im Uhrzeigersinn. Beide Touren verlaufen auf unterschiedlichen Trails, nutzen unterschiedliche Abfahrten und verschiedene Lifte, so dass es sich bei einem Alleghe Urlaub wirklich lohnt einmal beide in Angriff zu nehmen. Hier zuerst die Variante gegen den Uhrzeigersinn.

Wer sich stark genug fühlt, nimmt sich die knapp 83 Kilometer und fast 2000 Höhenmeter für einen Tag vor, man kann aber auch ganz nach Belieben in St.Kassian, auf der Pralongia oder in Arabba übernachten und den zweiten Teil am nächsten Tag unter die Räder nehmen. Die Tour startet, wie viele andere auch, mit der Seilbahnfahrt zum Col dei Baldi. Von der Bergstation geht es ein kurzes Stück auf dem Schotterweg bergab, dann jedoch nach rechts an der Malga Vescova vorbei, kurz auf Asphalt und schließlich an der Malga Fontanafredda wieder hinauf zur Forcella Pecol. Ein bisschen Selber-Strampeln muss hier schon sein. Belohnung ist dann auch ein schöner und relativ leicht fahrbarer Trail hinunter nach Pescul.

Hier rollt man jetzt ein Stück weit auf der Straße bis nach Rova (man könnte hier auch die oberhalb gelegenen Schotterwege nehmen, aber das würde die Höhenmeter stark erhöhen, was bei dieser Tour nicht ratsam wäre), dann zweigt man rechts ab nach Zardin und nimmt den Schotterweg, der am Ru Ronc de Ciaval in die Straße zum Passo Giau mündet. Jetzt kommt eine ziemlich lange Auffahrt auf der Asphaltstraße durch etliche Serpentinen bis zum Rifugio Fedare. Natürlich wäre hier ein Schotterweg schöner, aber es gibt einfach keinen. Zwar verläuft parallel auf der linken Seite ein Pfad, aber der ist bergauf überwiegend unfahrbar. Außerdem fährt man auch als gestandener Mountainbiker bergauf ganz gerne mal auf Asphalt. Es ist leichter und geht schneller.

Am Rifugio Fedare kann man das erste Mal einkehren (Koch und Biker Ivan zaubert sehr schmackhafte Gerichte), bevor man mit dem etwas vorsintflutlichen Sessellift zum Rifugio Averau hinauf schwebt. Auch hier könnte man den groben Schotterweg unterhalb des Lifts bergauf fahren, aber dieser Weg ist echt mühsam, steil und sehr geröllig. Oben am Rifugio Averau sollte man unbedingt einkehren, denn einen schöneren Dolomitenblick als hier findet man selten: In Norden die Tofanen von Cortina, im Süden Civetta und Marmolada und seitlich die schroffen Wände von Averau und Nuvolau.

Nach der Einkehr geht es auf der Schotterpiste bergab Richtung Rifugio Scoiattoli, bevor man nach rechts auf die Schotterstraße zum Rifugio Cinque Torri abbiegt, wo man von der Terrasse aus den Kletterern beim Kraxeln zuschauen kann. Jetzt geht es ein ganzes Stück auf einem asphaltierten Almweg bergab (Achtung: es können Autos entgegen kommen), bis man knapp 400 Höhenmeter weiter unten an einem Punkt namens Cianzope die Passstraße zum Falzarego erreicht. Dieser folgt man nun immer mäßig bergauf bis zur Passhöhe, zweigt hier rechts ab und nimmt den gleich dahinter liegenden Pass Valparola. Auf beiden Pässen gibt es Gasthäuser zum Einkehren. Hinter dem Valparola nimmt man nun die alte Militärstraße, die immer auf Schotter vorbei an der Malga Valparola bis nach St.Kassian führt.

Die Gondelbahn bringt einen von hier aus in wenigen Minuten hinauf zum Piz Sorega, weiter führt ein Schotterweg zum Rifugio Bioch und zum Gasthaus Pralongia (lange Wiese). Vor der Pralongia muss man allerdings ein kurzes Stück sehr steilen Wiesentrail bewältigen. Dafür erlebt man bei der Einkehr hier oben wieder einen sensationelles Panorama Kreuzkofel im Osten, Sassongher im Norden, Sella im Westen und Marmolada im Süden. Wer die Tour nicht an einem Tag schaffen will, sollte hier übernachten und den Superblick im Abendlicht genießen. Weiter geht es auf steiler Schotterrampe bergab zum Passo Incisa und dann weiter auf einem sehr schönen Trail, der erst eben bis leicht bergauf, später bergab zum Passo Campolongo führt. Auf Trail geht es hier nach der Querung der Straße gleich weiter bergab bis Arabba. Beschwingt schwebt man dann mit der großen Gondelbahn hinauf zur Porta Vescovo (Tor des Bischofs), die einen Blick über den Fedaia See auf die Marmolada freigibt, den man sicher sein Lebtag nicht vergessen wird grandios, überwältigend, atemberaubend. Wer eine Kamera dabei hat, wird hier erst einmal ausgiebig fotografieren. Dann geht es weiter auf dem Panoramatrail schlechthin zum Passo Padon (es ist die Verlängerung des Bindelwegs). Dieser Pfad führt nahezu auf der Höhenlinie dahin und ist heute überwiegend fahrbar, denn die Leute vom Rifugio Padon haben ihn speziell für Biker gepflegt. Eine kurze Rast auf der Sonnenterrasse des Rifugio Padon ist sehr empfehlenswert, dann geht es kurz auf der Schotterstraße bergab, bis man in einer Rechtkehre beim Punkt Cortif auf einen unscheinbaren Pfad nach links abzweigt. Dieser Pfad ist im Anfang bergauf nicht durchwegs fahrbar, aber je weiter man sich dem Passo Crepe Rosse nähert, desto schöner wird der Wiesentrail. Am Pass zweigt der Pfad nach scharf links ab und führt am Anfang teils ziemlich ruppig später breiter werdend hinunter zur Malga Laste. Jetzt geht es weiter bergab auf einer Schotterstraße bis man nach rechts auf einen steilen Wiesenweg nach Ronch abzweigt. Vorbei an einem steilen Felszapfen erreicht man das Dörfchen, um hier wieder rechts auf einen unscheinbaren Pfad abzubiegen, der später im Wald bergab bis nach Saviner die Laste führt. Dieser Waldpfad lässt das Herz hüpfen und bewegt die Gesichtsmuskeln zu einem breiten Lächeln. Denn der Trail hat echten Flow ? man gleitet dahin, nie zu schwer, die Serpentinen nie zu eng, keine Stufen, keine groben Steine. Spaß pur.

Nach der Einkehr im kleinen Restaurant auf der anderen Seite der Straße rollt man nach Caprile ab, nimmt jetzt den Radweg links vom Cordevole Bach, der neben der Straße nach Alleghe zurück führt, wo man am Bikers Point des Hotel Alleghe prächtig einkehren kann..

  • 1982 m Positiver Höhenunterschied
  • 4680 m Negativer Höhenunterschied
  • 39,3% Asphaltstrasse und Schotterstraße Beschaffenheit des Bodens
  • Alleghe Ausgangspunkt
  • Alleghe Ankunftspunkt