Mountain Bike - Gravity Marathon (Alleghe)

Schwierigkeitsgrad schwierig Länge55,26 km

Das ist die ultimative Freeride-Tour in den Dolomiten: Über 22 Kilometer Trails und Waldwege in einer einzigen Tour von gesamt 55 Kilometer Länge (das sind über 40 Prozent), dabei nur 375 Höhenmeter, die man mit Muskelkraft erklimmen muss, der Rest sind die geschickt kombinierten Aufstiege mit den Seilbahnen des Civetta Ski Resort. Und das Schönste: über 4600 Höhenmeter Abfahrten machen diesen Trailtag zum Besten, was man in den Alpen erleben kann. In diesem Punkt kann sich Alleghe durchaus mit den großen Freeride Regionen wie Les deux Alpes oder Saalbach Hinterglemm messen, vom Dolomiten-Panorama her ist es allemal besser. Den Namen Gravity Marathon haben die Trail-Freaks und Freerider von Alleghe (Marek Dibiasio vom Dolomiti Freeride Center und Silvano Rudatis vom Hotel Alleghe und dem Bikers Point) eigentlich für einen bisher noch kleinen Event gefunden, bei dem die Teilnehmer die fünf Abfahrten dieser Tour mit Zeitnahme an einem Tag bewältigen müssen. Das Ganze funktioniert denkbar einfach: Am Start jeder Abfahrt drückt jeder Teilnehmer selbst einen Buzzer, dann stürzt er sich den Trail hinunter, unten am Ziel drückt er ihn wieder. So macht jeder seine Zeitnahme selbst. Die Teilnehmer starten alle zwei Minuten. Dann geht es mit der Seilbahn wieder rauf und oben nimmt man die nächste Abfahrt mit einer genauso gestalteten Zeitnahme in Angriff. Am Schluss werden die Zeiten aller Abfahrten zusammen gezählt und der Sieger ermittelt. Dabei gibt es auf der Strecke aber nicht nur Abfahrten, sondern immer wieder auch kurze Zwischenanstiege reine Downhiller hätten hier also keine Chance. Beim Gravity Marathon Event macht nicht nur das Mitfahren, sondern auch das Zuschauen Spaß. Noch schöner ist es allerdings, diese Tour an einem sonnigen Tag ganz in Ruhe zu genießen. Nach der ersten Auffahrt mit der Kabinenbahn zum Pian di Pezze nimmt man den Col de la Meda Trail, den die Freeride Buben von Alleghe perfekt hergerichtet haben ein relativ steiler Waldpfad, der aber perfekt zu fahren ist, weil er Flow hat, nie zu ruppig ist und nur wenige Serpentinen hat. Nach diesen ersten 500 Downhill-Metern nimmt man wieder die Kabinenbahn zum Pian di Pezze und fährt gleich weiter mit dem Sessellift zum Col dei Baldi. Die jetzt kommende Abfahrt hat schon 950 Höhenmeter und führt auf der klassischen Trasse des Civetta Superbike Marathon und der Bike Transalp (siehe auch Tour 06 Col die Baldi). Der dritte Teil des Gravity Marathon führt nach gleicher Seilbahn-Auffahrt über 160 Meter Anstieg und dem Sessellift Fertazza zum Gipfel des Monte Fertazza mit seinem überwältigenden Ausblick. Von hier geht es dann auf dem fantastischen Trail wie in Tour 07 Monte Fertazza zurück nach Alleghe: Der Trail ist am Anfang noch recht zahm. Nahezu gerade und recht flach rollt man über die Almwiesen, bis es dann nach einer scharfen Linkskurve zur Sache geht. Der Trail wird steil und steinig für Freerider kein Problem, Tourenbiker werden zumindest einmal kurz absteigen müssen. An dem Col di Davagnin, dem Abzweig zum berüchtigten Lagusello Trail (siehe Tour 08), geht es dann im Wald bergab zum fast verfallenen Dörfchen Fernazza. Dieser Trail ist anspruchsvoll und faszinierend zugleich. Er bietet Waldboden, steinige Passagen, enge Kehren, alles was das Herz begehrt. Kurz vor Fernazza, am Ru delle Sorize, zweigt man nach rechts ab und folgt jetzt einem Trail, der erst kürzlich für Biker neu entdeckt wurde ? ein schmaler Waldpfad von mittlerer bis hoher Schwierigkeit, der nach Pinie, Col di Fontana und weiter zum See von Alleghe hinunter führt. Auch dieser Trail berauscht, beflügelt und weckt die Lust auf mehr von dem Stoff, den Alleghe im Überfluss zu bieten hat. Unten mit dem obligatorischen breiten Grinsen im Gesicht, rollt man ein Stück weit am See entlang bis zum Eisstadion, wo man am Bikers Point des Hotel Alleghe prächtig einkehren kann. Der vierte und fünfte Teil des Gravity Marathon verläuft genauso wie Tour 08 Lagusello. Von der Bergstation auf dem Col dei Baldi geht es ein kurzes Stück auf dem Schotterweg bergab, dann jedoch nach rechts an der Malga Vescova vorbei, kurz auf Asphalt und schließlich an der Malga Fontanafredda wieder hinauf zur Forcella Pecol. Ein bisschen Selber-Strampeln muss hier schon sein. Belohnung ist dann auch ein schöner und relativ leicht fahrbarer Trail hinunter nach Pescul. Hier nimmt man den Sessellift zum Rifugio Fertazza (bitte vorher in Alleghe erkundigen, ob und zu welchen Zeiten er läuft) und dann geht es gleich weiter mit dem zweiten Lift zum Monte Fertazza, den man nach 20 Höhenmetern erreicht. Den Super-Ausblick ausgiebig genießen und dann in die Abfahrt stürzen, so lautet das Pflichtprogramm hier oben. Dabei ist der Trail am Anfang noch recht zahm. Nahezu gerade und recht flach rollt man über die Almwiesen, bis es dann nach einer scharfen Linkskurve zur Sache geht. Der Trail wird steil und steinig für Freerider kein Problem, Tourenbiker werden zumindest einmal kurz absteigen müssen. Am Col di Davagnin zweigt der Lagusello Trail nach scharf rechts ab, erst gut fahrbar, später in einem Steilstück sehr anspruchsvoll, steinig und rutschig. Das ist nichts für zarte Gemüter. Um diese Schlüsselstelle zu fahren muss man schon ein perfekter Fahrtechniker mit viel Erfahrung sein. Doch kurz danach geht es wieder gemäßigter durch den Wald, man gleitet mit Flow, bei den diversen, unübersichtlichen Abzweigen helfen die GPS Gaten ungemein. Unten in Lagusello kann man am Brunnen den Durst stillen und die schweißnassen Hände abkühlen (ein Gasthaus gibt es leider nicht), denn geht es noch einmal richtig zur Sache: Nach einer weiteren schönen Flowpassage kommt am Ende, kurz vor Caprile eine echte Herausforderung: Der Pfad schlängelt sich durch viele steile und enge Serpentinen nach unten. Auch Top-Fahrer werden hier immer mal wieder den kurveninneren Fuß zu Hilfe nehmen müssen, um sich abzustützen und das Bike hinten umzusetzen. Am Ende rollt man dann auf dem Radweg entlang der Straße nach Alleghe zurück, wo man am Bikers Point des Hotel Alleghe prächtig einkehren kann.

 

  • Rastplätze: Alleghe - Ristoro Fontanabona - rifugi
Warnung: Wir empfehlen ihnen eine karte benützen
Zusätzliche Hinweise: Wir empfehlen ihnen eine karte benützen
  • 375 m Positiver Höhenunterschied
  • 4635 m Negativer Höhenunterschied
  • 1,6% Asphaltstrasse und Schotterstraße Beschaffenheit des Bodens
  • Alleghe Ausgangspunkt