Mountain Bike - Strada de la Vena (Alleghe)

Schwierigkeitsgrad schwierig Länge43,79 km

Man sollte sich ja vor Superlativen hüten, denn sie werden doch irgendwann übertroffen. Dieses jedoch ist die Hammertour, die Supertour, die Traumtour schlechthin ? zumindest in den Dolomiten, wenn nicht in den ganzen Alpen. Eine stärkere Kombination aus Top-Panorama und superlangem, gut fahrbarem Trail habe ich jedenfalls noch nirgendwo erlebt. Dabei ist die Tour mit knapp 44 Kilometern und 1019 Höhenmetern nicht einmal besonders schwer, weder konditionell noch fahrtechnisch. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man die beiden Seilbahnen am Weg benutzt, die einem immerhin 1350 Höhenmeter ersparen. Die Tour startet, wie viele andere auch, mit der Seilbahnfahrt zum Col dei Baldi. Natürlich könnte man von Alleghe aus auf der schmalen Asphaltstraße zum Pian di Pezze und weiter auf steilem Schotter zum Col dei Baldi hinauf radeln. Aber das wäre so, als würde man als Skitourengeher auf der Piste unter der Seilbahn den Berg raufgehen. Macht irgendwie keinen Sinn. Von der Bergstation auf dem Col dei Baldi geht es ein kurzes Stück auf dem Schotterweg bergab, dann jedoch nach rechts an der Malga Vescova vorbei, kurz auf Asphalt und schließlich an der Malga Fontanafredda wieder hinauf zur Forcella Pecol. Ein bisschen Selber-Strampeln muss hier schon sein. Belohnung ist dann auch ein schöner und relativ leicht fahrbarer Trail hinunter nach Pescul. Hier rollt man jetzt ein Stück weit auf der Straße bis nach Rova (man könnte hier auch die oberhalb gelegenen Schotterwege nehmen, aber das würde die Höhenmeter stark erhöhen, was bei dieser Tour nicht ratsam wäre), dann zweigt man rechts ab nach Zardin und nimmt den Schotterweg, der am Ru Ronc de Ciaval in die Straße zum Passo Giau mündet. Jetzt kommt eine ziemlich lange Auffahrt auf der Asphaltstraße durch etliche Serpentinen bis zum Rifugio Fedare. Natürlich wäre hier ein Schotterweg schöner, aber es gibt einfach keinen. Zwar verläuft parallel auf der linken Seite ein Pfad, aber der ist bergauf überwiegend unfahrbar. Außerdem fährt man auch als gestandener Mountainbiker bergauf ganz gerne mal auf Asphalt. Es ist leichter und geht schneller. Am Rifugio Fedare kann man das erste Mal einkehren (Koch und Biker Ivan zaubert sehr schmackhafte Gerichte), bevor man mit dem etwas vorsintflutlichen Sessellift zum Rifugio Averau hinauf schwebt. Auch hier könnte man den groben Schotterweg unterhalb des Lifts bergauf fahren, aber dieser Weg ist echt mühsam, steil und sehr geröllig. Oben am Rifugio Averau sollte man unbedingt einkehren, denn einen schöneren Dolomitenblick als hier findet man selten: In Norden die Tofanen von Cortina, im Süden Civetta und Marmolada und seitlich die schroffen Wände von Averau und Nuvolau. Wer möchte, kann sein Bike hier übrigens eine halbe Stunde lang durch den Fels zum Rifugio Nuvolau hinauf schieben, denn dort ist der Ausblick noch besser. Wir haben das gemacht, weil wir hofften, dass man dann alles abfahren könne. Aber so richtig prickelnd ist die Abfahrt auf den groben und zerklüfteten Felsplatten nicht. So, und jetzt kommt der Trail der Superlative. Knapp 16 Kilometer lang, 1620 Höhenmeter Abfahrt, mit etwa 200 Höhenmetern, die man zwischendurch wieder rauf strampeln muss, vom Averau bis Caprile. Ganz überwiegend ist dieser Trail gut fahrbar, ohne größere technische Schwierigkeiten, es rollt, man kann teils sogar mit hohem Speed fahren ? es ist ein Rausch. Vom Rifugio Averau geht es erst knapp 200 Meter auf der Skipiste Richtung Süden. Dann aufgepasst muss man nach rechts auf einen unscheinbaren Pfad abzweigen, der steil eine kurze Schotterrampe bergauf führt. Hier steht kein Schild, nur ein alter, verwitterter grüner Transalp-Pfeil auf einem Felsen erinnert daran, dass hier ehemals das Transalp Rennen entlang führte. Nach dem kurzen Anstieg erreicht man den durchweg fahrbaren Trail, der unter der Südwand des Averau entlangführt, steinig, aber mit mäßigem Gefälle, ein bisschen ausgesetzt zur linken Seite hin, aber vom Ausblick her ein einziger Genuss. Wer die Augen offen hält erspäht auf der rechten Seite im Sommer sogar vereinzelte Edelweiß, die zwischen den Felsbrocken wachsen. (Bitte nicht abpflücken). An der Pfadgabelung Pre da Pontin zweigt man links ab, gleitet durch die Wiesen bis zu ein paar kleinen Holzhütten, wo man jetzt den rechten Wegzweig an den Hütten vorbei nimmt. Etwas kupiert geht es weiter, bis man bei Melei einen Wiesenweg erreicht, der nach links wieder zum Rifugio Fedare hinunter führt. Wir biegen aber nach rechts ab und folgen der Pfadspur über die Wiesen immer die Marmolada im Blick. Knapp dann zweigt ein Pfad zum Monte Pore ab, wir halten uns rechts auf einem unscheinbaren Trail (wenn das Gras hoch steht einfach den GPS Daten folgen), der jetzt immer leicht bergab um den Monte Pore herum führt. Es ist der Traumpfad schlechthin, man gleitet, man schwebt durch zauberhafte Landschaft. Später im Wald wird der Weg etwas breiter und man kann mit Speed dahin düsen, an den kurzen Gegenanstiegen reicht oft der Schwung aus, um über die Kuppe zu rollen. Nach gut fünf Kilometern erreicht man schließlich den Weg, der dieser Tour ihrem Namen gab: Strada de la Vena (siehe Geschichte). Anfänglich ein Schotterweg, der in einen Asphaltweg mündet. Kurz danach erreicht man das Dörfchen Col, wo wieder ein Trail beginnt, der Begeisterung auslöst. Leicht bergab im Wald mit kleinen Kurven und Kuppen man rollt wie in einer Achterbahn bis kurz vor den Ort Colcuc, wo jetzt der einzige nennenswerte Zwischenanstieg beginnt. Man zweigt in der Abfahrt nach links auf einen Trail ab (ohne Schild hier bewährt sich der Bike GPS RichTrack System auf den neuen VDO Geräten wirklich), der am Anfang kurz zum Schieben zwingt, dann aber in erträglicher Steigung bergauf führt bis zu einer kleinen Berghütte. Dann geht es wieder runter zum Örtchen Canazei (nicht zu verwechseln mit dem Skiort Canazei im Fasstal). Hier beginnt nach der Straßenquerung wieder ein zauberhafter Trail Trail, der erst zum Ort Colle Santa Lucia und weiter nach Caprile hinunter führt. Dieser 3,5 Kilometer lange Pfad ist steiniger, daher anspruchsvoller aber doch enorm spaßbringend erst führt er durch offenes Gelände, später im Wald wird er steiler und steiniger, bleibt aber durchweg gut fahrbar. So wird dieser Pfad zu einem würdigen Abschluss einer absoluten Traumtour, bevor man auf dem asphaltierten Radweg auf der linken Seite des Cordevole Bachs nach Alleghe zurückkehrt, wo man am Bikers Point des Hotel Alleghe prächtig einkehren kann.

Warnung: Wir empfehlen ihnen eine karte benützen
Zusätzliche Hinweise: Wir empfehlen ihnen eine karte benützen
  • 1019 m Positiver Höhenunterschied
  • 2383 m Negativer Höhenunterschied
  • 40,3% Asphaltstrasse und Schotterstrasse Beschaffenheit des Bodens
  • Alleghe Ausgangspunkt
  • Alleghe Ankunftspunkt