Mountain Bike - Superpanoramica Cortina (Alleghe)

Schwierigkeitsgrad sehr schwierig Länge99,98 km

Nomen est omen Superpanoramica, das sagt eigentlich schon alles. Eine Tour bei der man so viel Wahnsinns-Dolomiten-Panorama erlebt, gibt es nicht ein zweites Mal. Zumindest nicht so komprimiert. Denn die knapp 100 Kilometer lassen sich für gut trainierte Frühaufsteher durchaus in einem Tag packen. Denn mithilfe der Seilbahnen von Alleghe und Cortina muss man eben nur 1545 Höhenmeter mit eigener Muskelkraft bergauf bewältigen. Natürlich kann man die Tour auch auf zwei Tage aufteilen mit einer Übernachtung in Cortina, genauso wie man die Tour in Cortina starten kann und dann in Alleghe eine Übernachtung einlegt. Die Tour startet, wie viele andere auch, mit der Seilbahnfahrt zum Col dei Baldi. Von der Bergstation geht es ein kurzes Stück auf dem Schotterweg bergab, dann jedoch nach rechts an der Malga Vescova vorbei, kurz auf Asphalt und schließlich an der Malga Fontanafredda wieder hinauf zur Forcella Pecol. Ein bisschen Selber-Strampeln muss hier schon sein. Belohnung ist dann auch ein schöner und relativ leicht fahrbarer Trail hinunter nach Pescul. Hier rollt man jetzt ein Stück weit auf der Straße bis nach Rova (man könnte hier auch die oberhalb gelegenen Schotterwege nehmen, aber das würde die Höhenmeter stark erhöhen, was bei dieser Tour nicht ratsam wäre), dann zweigt man rechts ab nach Zardin und nimmt den Schotterweg, der am Ru Ronc de Ciaval in die Straße zum Passo Giau mündet. Jetzt kommt eine ziemlich lange Auffahrt auf der Asphaltstraße durch etliche Serpentinen bis zum Rifugio Fedare. Natürlich wäre hier ein Schotterweg schöner, aber es gibt einfach keinen. Zwar verläuft parallel auf der linken Seite ein Pfad, aber der ist bergauf überwiegend unfahrbar. Außerdem fährt man auch als gestandener Mountainbiker bergauf ganz gerne mal auf Asphalt. Es ist leichter und geht schneller. Am Rifugio Fedare kann man das erste Mal einkehren (Koch und Biker Ivan zaubert sehr schmackhafte Gerichte), bevor man mit dem etwas vorsintflutlichen Sessellift zum Rifugio Averau hinauf schwebt. Auch hier könnte man den groben Schotterweg unterhalb des Lifts bergauf fahren, aber dieser Weg ist echt mühsam, steil und sehr geröllig. Oben am Rifugio Averau sollte man unbedingt einkehren, denn einen schöneren Dolomitenblick als hier findet man selten: In Norden die Tofanen von Cortina, im Süden Civetta und Marmolada und seitlich die schroffen Wände von Averau und Nuvolau. Nach der Einkehr geht es auf der Schotterpiste bergab Richtung Rifugio Scoiattoli, bevor man nach rechts auf die Schotterstraße zum Rifugio Cinque Torri abbiegt, wo man von der Terrasse aus den Kletterern beim Kraxeln zuschauen kann. Jetzt geht es ein ganzes Stück auf einem asphaltierten Almweg bergab (Achtung: es können Autos entgegen kommen), bis man knapp 400 Höhenmeter weiter unten scharf rechts auf einen einsamen Schotterweg abbiegt, der oberhalb des Ru de Fouzargo (Falzarego Bach) entlang führt. Leider ist dieser Weg in der Mitte einmal von einer Mure unterbrochen man muss sein Bike etwas mühsam über die Geröllmassen tragen und einmal auch über einen schmalen Bach hüpfen, aber insgesamt sind das nur etwa 100 Meter mit schwierigem Gelände. Dann geht es weiter flach bergab durch den Wald zur Passstraße des Passo Giau, der man bis Pezie de Paru folgt, um dann nach rechts wieder auf Schotter in einem leichten Auf und Ab zum Cason del Macaron, einer kleinen Waldhütte zu rollen. Hier hat man nun alle Höhenmeter vor Cortina geschafft und es geht auf leicht zu fahrenden Waldwegen bergab nach Cortina d?Ampezzo, wo man in einem der vielen Cafés ein großes Eis genießen kann. Will man allerdings die Superpanoramica an einem Tag schaffen, bleibt einem zum Eisessen nicht allzu viel Zeit. Vom Parkplatz am alten Bahnhof von Cortina geht es dann gleich mit der Seilbahn hinauf zum Rifugio Faloria, wo es weiter geht mit den grandiosen Panorama-Highlights dieses außergewöhnlichen Tourentages: ringsum Dolomiten vom Feinsten. Auf einem breiten, leicht fahrbaren Schotterweg rollt man dann hinunter zum Ristorante Rio Gere, das an der Straße zum Passo Tre Croci liegt. Hier nimmt man nun den Sessellift zum Monte Cristallo. Das Bike mit einem Pedal auf dem Sicherheitsbügel aufgelegt, gondelt man weit hinauf zum Rifugio Son Forca, um dann fast ewig lang im Val Padeon hinunter zu gleiten. Im oberen Bereich kann man ganz nach Lust ein kleines Stück Trail einbauen, ansonsten geht es teils auf grobem Schotter, im unteren Bereich auch mal ziemlich steil bergab zum Radweg zwischen Cortina und Toblach, der ehemaligen Trasse der Dolomitenbahn. Hier rollt man jetzt genüsslich bergab am alten Bahnhof Ospitale vorbei über die Ponte Felizon bis kurz vor Cortina d?Ampezzo, wo man die Hauptstraße quert, um zur Talstation der Tofana Seilbahn zu gelangen. Mit der Gondel schwebt man mühelos bergauf zum Col Druscie und rollt dann nur ein kurzes Stück bergab zum Ristorante Pie Tofana. Hier steigt man wieder in einen Sessellift und gleitet bei allerbestem Blick auf die steilen Felswände der Tofana hinauf zum Rifugio Duca d'Aosta. Die perfekte Seilbahnstruktur des Dolomiti Superski im Raum Cortina garantiert dabei, dass man nicht nur an die schönsten Plätze gelangt, sondern dass man auch an den schönsten Hütten und Einkehrstationen vorbei kommt. Vom Duca d?Aosta rollt man nun erst wieder auf Schotter, später auf Asphalt hinunter zur Falzarego-Passstraße, der man jetzt ein gutes Stück weit in Richtung Falzarego folgt. Diese Straßenauffahrt ist das einzige nennenswerte Teilstück, das man bergauf (182 Höhenmeter) mit eigener Muskelkraft bewältigen muss. Dann wartet der nächste Sessellift hinauf zum Rifugio Scoiattoli unmittelbar dem Kletterparadies der Cinque Torri. Auch hier wieder ein unvergesslicher Ausblick auf die Massive des Averau und Nuvolau. Jetzt folgt das einzige Stück der Strecke, auf dem man den Hinweg berührt: Die breite Schottertrasse auf der Skipiste war in der Vergangenheit steil und voller dicker Felsbrocken zum Abfahren gut, aber zum Rauffahren zu grob, so dass man hier bisher überwiegend schieben musste. Wegen einer Baustelle am Rifugio Averau hat man den Weg allerdings für Lastwagen präpariert, so dass man heute vermutlich größere Teile fahren kann. So, und jetzt kommt der Trail der Superlative. Knapp 16 Kilometer lang, 1620 Höhenmeter Abfahrt, mit etwa 200 Höhenmetern, die man zwischendurch wieder rauf strampeln muss, vom Averau bis Caprile. Ganz überwiegend ist dieser Trail gut fahrbar, ohne größere technische Schwierigkeiten, es rollt, man kann teils sogar mit hohem Speed fahren es ist ein Rausch. Vom Rifugio Averau geht es erst knapp 200 Meter auf der Skipiste Richtung Süden. Dann aufgepasst muss man nach rechts auf einen unscheinbaren Pfad abzweigen, der steil eine kurze Schotterrampe bergauf führt. Hier steht kein Schild, nur ein alter, verwitterter grüner Transalp-Pfeil auf einem Felsen erinnert daran, dass hier ehemals das Transalp Rennen entlang führte. Nach dem kurzen Anstieg erreicht man den durchweg fahrbaren Trail, der unter der Südwand des Averau entlangführt, steinig, aber mit mäßigem Gefälle, ein bisschen ausgesetzt zur linken Seite hin, aber vom Ausblick her ein einziger Genuss. Wer die Augen offen hält erspäht auf der rechten Seite im Sommer sogar vereinzelte Edelweiß, die zwischen den Felsbrocken wachsen. (Bitte nicht abpflücken). An der Pfadgabelung Pre da Pontin zweigt man links ab, gleitet durch die Wiesen bis zu ein paar kleinen Holzhütten, wo man jetzt den rechten Wegzweig an den Hütten vorbei nimmt. Etwas kupiert geht es weiter, bis man bei Melei einen Wiesenweg erreicht, der nach links wieder zum Rifugio Fedare hinunter führt. Wir biegen aber nach rechts ab und folgen der Pfadspur über die Wiesen immer die Marmolada im Blick. Knapp dann zweigt ein Pfad zum Monte Pore ab, wir halten uns rechts auf einem unscheinbaren Trail (wenn das Gras hoch steht einfach den GPS Daten folgen), der jetzt immer leicht bergab um den Monte Pore herum führt. Es ist der Traumpfad schlechthin, man gleitet, man schwebt durch zauberhafte Landschaft. Später im Wald wird der Weg etwas breiter und man kann mit Speed dahin düsen, an den kurzen Gegenanstiegen reicht oft der Schwung aus, um über die Kuppe zu rollen. Nach gut fünf Kilometern erreicht man schließlich den Weg, der dieser Tour ihrem Namen gab: Strada de la Vena . Anfänglich ein Schotterweg, der in einen Asphaltweg mündet. Kurz danach erreicht man das Dörfchen Col, wo wieder ein Trail beginnt, der Begeisterung auslöst. Leicht bergab im Wald mit kleinen Kurven und Kuppen ? man rollt wie in einer Achterbahn bis kurz vor den Ort Colcuc, wo jetzt der einzige nennenswerte Zwischenanstieg beginnt. Man zweigt in der Abfahrt nach links auf einen Trail ab (ohne Schild hier bewährt sich der Bike GPS RichTrack System auf den neuen VDO Geräten wirklich), der am Anfang kurz zum Schieben zwingt, dann aber in erträglicher Steigung bergauf führt bis zu einer kleinen Berghütte. Dann geht es wieder runter zum Örtchen Canazei (nicht zu verwechseln mit dem Skiort Canazei im Fasstal). Hier beginnt nach der Straßenquerung wieder ein zauberhafter Trail Trail, der erst zum Ort Colle Santa Lucia und weiter nach Caprile hinunter führt. Dieser 3,5 Kilometer lange Pfad ist steiniger, daher anspruchsvoller aber doch enorm spaßbringend erst führt er durch offenes Gelände, später im Wald wird er steiler und steiniger, bleibt aber durchweg gut fahrbar. So wird dieser Pfad zu einem würdigen Abschluss einer absoluten Traumtour, bevor man auf dem asphaltierten Radweg auf der linken Seite des Cordevole Bachs nach Alleghe zurückkehrt, wo man nach dieser Supertour am Bikers Point des Hotel Alleghe prächtig einkehren kann.

 

  • Rastplätze: Alleghe - Rifugio Fedare - Rifugio Averau - Hütte
Warnung: Wir empfehlen ihnen eine karte benützen
Zusätzliche Hinweise: Wir empfehlen ihnen eine karte benützen
  • 1545 m Positiver Höhenunterschied
  • 5699 m Negativer Höhenunterschied
  • 33,9 % Asphaltstrasse und Schotterstrasse Beschaffenheit des Bodens
  • Alleghe Ausgangspunkt
  • Alleghe Ankunftspunkt