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Cortina d'Ampezzo
"Die Geschichte von Cortina d'Ampezzo" von Mario Ferruccio Belli
Einleitung und Biografie
1 Drei vorgeschichtliche Jäger- Altsteinzeit, Mittelsteinzeit, Jungsteinzeit
2 Die Zeit der Schrift
3 Die Römer bei der Civetta – Zuglio Carnico – Valle di Cadore, Aguntum, Sebatum, Feltre, Meran
4 Die Dunkelheit unter den Langobarden, Franken und Ottonen
5 Der Name auf dem Pergament. Lang lebe Botestagno
6 Die Herren von Camino, Kreuzzüge und Handel
7 Der gute Bertrando
8 Nach Venedig, nach Venedig!
9 Das Leben im Schatten des Löwen
10 Der Krieg an einem Sonntagnachmittag
11 Ampezzo – eine kleine Republik
12 Josef II. gegen die Autonomie
13 Die Franzosen und die Freiheit- der Untergang Venedigs, die Entstehung Lombardo-Venetiens
14 Das Jahr ´48 – und die modernen Reformen
15 Engländer, Deutsche, Amerikaner, Franzosen und das neue St. Moritz
16 Sarajevo und der Schlamm Galiziens
17 Neunundzwanzig Monate auf der Tofana.
18 Die ersten zehn Jahre in der faschistischen Uniform
19 Fröhlich dem Untergang entgegen
20 Die Winterolympiade von 1956

Der Erste Weltkrieg
Projekt Interreg II
Hauptseite

Geschichte
Die Geschichte von Passo Falzarego
Das Gebiet des Falzaregopasses war im Laufe der Jahrhunderte eine wichtige Verbindungsstraße zwischen den ladiner Tälern von Ampezzo, Livinallongo und Val Badia.

Historische Postkarten
Gallery
47 Historische Postkarten aus den Jahren 1920 - 1950 von Cortina und der Umgebung.

20 - Die Winterolympiade von 1956
Die olympischen Winterspiele hätten schon im Jahr 1944 in Cortina ausgetragen werden sollen, wie es schon 1930 vom Internationalen Olympischen Komitee entschieden worden war. Aber 1944 wütete der Krieg fast auf dem ganzen Planet und Italien, besetzt vom Heer des Reichs, von dem es formell ein Allierter war, war am Rand des Zusammenbruchs.
Nachdem der Frieden zurückgekehrt war, wurde dieses Thema in der Gemeinderatssitzung von 1947 unter dem Bürgermeister Angelo Ghedina Biajo wieder aufgenommen. Der Vorschlag erhielt aber nicht die absolute Mehrheit, trotz des starken Drucks der örtlichen Presse und der Präfektur von Belluno. Im darauffolgenden Jahr (zwischenzeitlich war die Olympiade 1952 an Oslo vergeben worden) diskutierte der Gemeinderat erneut über dieses Thema, ohne jedoch eine einheitliche Linie zu finden. Es sah fast so aus, als ob ein Volksbegehren die Entscheidung treffen sollte, aber dann kam aus Rom das bindende Versprechen der CONI (dem nationalen olympischen Komitee), die anfallenden Kosten zu tragen.
Nachdem man also die Bestätigung hatte, daß die Regierung und nicht die Gemeinde die Kosten für die kostspieligen Infrastrukturen übernehmen würde, wurde in der letzten Gemeinderatssitzung von 1948 (30. Dezember) einstimmig beschloßen, sich für die olympischen Spiele von 1956 zu kandidieren.

Das Internationale Olympische Komitee stimmte in der Sitzung vom 4. April 1949 der Anfrage zu. Ein glücklicher Bürgermeister verkündete es zuerst den Schülern, am Abend gab es auch das Radio bekannt.
Die Gemeinde Cortina d’Ampezzo zählte damals 5.450 Einwohner.

Das warten und die Vorbereitung

Die anzupackenden Probleme waren ungeheuer. Im Einvernehmen mit der Regierung wurde ein eigener Verband ins Leben gerufen, der die Arbeiten koordnieren sollte und sein Vorsitzender wurde Otto Menardi.
Der Vorrang wurde den sportlichen Einrichtungen gegeben (siehe) : dem Eisstadion, der Sprungschanze, der Bobbahn, den Liftanlagen und den Pisten für die Skirennen. Für die Eisschnellaufwettbewerbe dachte man, den Misurina-See zu nützen, der einige Kilometer von Cortina entfernt liegt.
Gleichzeitig wurde das Problem der Zufahrtswege für die Athleten und Touristen nach Cortina in Angriff genommen, die fast ausschließlich über die Staatsstraße 51 Alemagna laufen sollte. Diese ruhmreiche Straße, zwischen 1825 und 1830 von den Österreichern erbaut, wurde überall ausgebaut.
Die Staatsstraße 48, die der Dolomiten, die diagonal über die Bergrücken Cortina mit dem Cordevole-Tal, dem Abteital, dem Grödnertal und dem Fassatal, und darüberhinaus mit Bozen und Trient verbindet, wurde nicht in Betracht gezogen. Die Päße blieben im Winter oft für lange Zeit, manchmal auch für Monate, wegen Schneefall oder Lawinengefahr geschloßen, außerdem war die Straße damals noch nicht asphaltiert.
Das Hauptaugenmerk wurde auf die Schmalspur-Eisenbahn gerichtet, die seit der Nachkriegszeit Cortina mit den beiden Endstationen der staatlichen Eisenbahn, Calalzo im Süden und Toblach im Norden, verband. 1927 wurde sie dank der Zuschüße der durchquerten Gemeinden, allen voran Cortina, elektrifiziert. Von mehreren Seiten wurde vorgeschlagen, sie nun in eine normalspurige Linie umzuwandeln.
Dieser Vorschlag wurde jedoch nicht ausgeführt.
Dennoch wurde die kleine Bahn verbessert. Mit einem Kostengesamtbetrag von ca. 1 Milliarde Lire wurden einige Kurven begradigt, einige Gleiskilometer verstärkt, einige wenige Bahnübergänge mit Ampeln ausgerüstet und schließlich zwei moderne elektrische Züge und drei neue Wagons gekauft. In einem von ihnen erreichte Staatspräsident Gronchi, nachdem er in Calalzo umgestiegen war, Cortina, um dort die Spiele zu eröffnen.
Das innere Straßennetz wurde durch einen Umgehungsring verbessert, indem die schon bestehenden Straßenteilstücke mit zwei neuen Straßen verbunden wurden. Eine Steigung (heute Baron Franchetti-Straße) führte entlang des Bigontina-Bachs unterhalb der Eisenbahnbrücke hinauf und schloß so den Ring im Osten ab. Auf der westlichen Seite wurde eine Parallel-Straße zum berühmten Corso Italia erschaffen, auf die der Fernverkehr umgeleitet wurde, die heutige Olympia-Straße. Zwischen beiden wurde eine Verbindungsstraße eröffnet, die Bruno Apollonio-Straße. Da, wo sich einmal der Pontegel-Platz befand, zwischen der Straße der Hotels und dem Bahnhof, wurde ein neuer Mehrzweckpalast errichtet. E. Gellner, der Stararchitekt, vereinigte die Post, das Fernsprechamt, das Amtsgericht, das Grundbuchamt, das Kommissariat, das Steueramt, Ausstellungsräume, usw, alles unter einem Dach. Um diesen großen Palast herum entstanden Hotels, luxuriöse Eigentumswohnungen, Nachtlokale, Kunstgalerien, Handwerksläden, Geschäfte, Banken.
Man dachte auch an die Bettenkapazität. Alle Hotels waren nach dem Krieg übel zugerichtet, nachdem sie von 1941 bis 1946 nach und nach erst von deutschen, dan von italienischen und zum Schluß von amerikanischen Sanitätskolonnen besetzt worden waren, um die Verletzten und Kranken von den verschiedenen Fronten aufzunehmen. Auch die Villen und Privathäuser ereilte das gleiche Schicksal, die schönsten wurden von den verschiedenen Besatzungsmächten beschlagnahmt.
Die Regierung ermöglichte schnelle Kredite für Hotels, damit sollte der Wiederaufbau und die Modernisierung der Hotels, die Gründung von Restaurants und die allgemeine Verbesserung der Strukturen angeregt werrden. Einige große Hotels konnten daraus Nutzen ziehen. Der größte Teil kapitolierte jedoch vor den großen bürokratischen Schwierigkeiten und vor den verlangten Garantien und nahm einen normalen Kredit auf, mit dem sie sich bis über den Kopf in Schulden stürzten; die Begeisterung war jedoch sehr groß.