Das sagen viele, die einmal vor den kolossalen Felserhebungen standen. Im Vergleich mit anderen Bergen: heller, bunter, monumentaler, fast architektonisch geformt. Vor 200 Mio Jahren aus dem Urmeer geformt, ragen sie heute bis auf über 3000 m in den Himmel. Die besondere Zusammensetzung des Gesteins, von Déodat de Dolomieu (1750-1801) bestimmt und definiert, tragen sie seinen Namen. Jetzt sind sie Kandidat zum UNESCO Weltnaturerbe.
Dolomia, ein ganz besonderes Gestein
Die Entdeckung der chemischen Struktur (Kalziumbikarbonat und Magnesium), der die Felsen der Dolomiten ihre außergewöhnliche Farbe verdanken, geht auf Déodat Tancrède Gratet de Dolomieu (1750 - 1801) zurück, einen Franzosen adliger Herkunft, Mitglied des Institut de France und Gelehrter der Mineralogie.
Im Jahre 1789 schickte Dolomieu einige Proben eines merkwürdigen Gesteins, das er auf einer Reise durch Südtirol gesammelt hatte, an den Geologen Nicholas de Saussure. Dolomieu war wegen der außergewöhnlichen Reaktion mit Salzsäure auf die Steine aufmerksam geworden: Im Gegensatz zu den anderen Kalkformationen war die Reaktion des neuen Gesteins stark reduziert ausgefallen.
Die Vermutung, es handele sich um ein bisher unbekanntes Mineral, wurde bestätigt, und obwohl Dolomieu selbst für das von ihm entdeckte Gestein den Namen 'Saussurite' vorgeschlagen hatte, wurde das neue Mineral nach seinem Entdecker unter dem Namen 'Dolomite' katalogisiert, während der Felsen, dem es entnommen worden war, 'Dolomia' getauft wurde. Im Jahre 1864 wurde schließlich die gesamte Bergregion, in der das neu entdeckte Gestein vorherrschte, Dolomiten genannt.
Pflanzen
Der Steingarten der Dolomiten findet sein Ebenbild im realen Garten unzähliger Pflanzenarten, die mit ihrem bunten Farbenkleid den Raum zwischen den Monti Pallidi und den Tälern füllen. Mehr als 1500 verschiedene Pflanzen bieten Ihnen jedes nur vorstellbare Grün des Waldes und alle Farben und Farbschattierungen, die die Natur nur aufweisen kann.
Die Wälder der Dolomiten zählen zu den größten und abwechslungsreichsten von Europa. Hier finden Sie ein unermeßliches Planzenreich, das vom Moos der Zierbelkiefer bis hinauf in die höchsten Lagen reicht. Von der Latschenkiefer über die Fichte zur Lärche, bis zur Wald- und Schwarzkiefer. Von der Buche über die Birke zur Weide, zur Bergzeder und zur Erle. Vom Goldregen über das Ahorn zur Steinbuche, zur Mannaesche und zur Eiche.
In der blühenden Jahreszeit können Sie Zeuge der farblichen Explosion von gut 50 Orchideenarten, zahlreicher Wiesenblumen, der unzähligen Früchte des Waldes sowie des Edelweiß und anderer seltener Bergblumen werden. Darüber hinaus finden Sie in den Dolomiten zahlreiche lokale Pflanzenarten. Eine der berühmtesten dieser Pflanzen ist das Verde Altipiano der Alpe di Siusi. Hinzu kommen medizinische Kräuter und Heilpflanzen sowie viele verschiedene Pilzarten.
Die besondere Schönheit der Dolomiten besteht auch und gerade in diesem unermeßlichen, artenreichen und bunt gefächerten blühenden Garten, den uns die abwechslungsreiche Landschaft der Dolomiten beschert hat.
Wer auf den Wegen der Dolomiten wandert, kennt das langgezogene Zischen, mit dem die Murmeltiere sich ankündigen. Aufrecht wie Wachposten stehen sie in der Landschaft und sind nicht zu übersehen. Und häufiger, als viele es für möglich halten würden, begegnet man hauptsächlich, wenn man in den Monti Pallidi unterwegs ist Rehen oder einem Hirsch, dem König der Dolomitenwälder.
Wenn man höher hinaufgeht, kann man mit ein bißchen Glück auch das Erlebnis einer Begegnung mit Gemsen und Steinböcken haben. Die Steinböcke werden mit gutem Recht als die wahren Herren der steilen Berge und Felsen bezeichnet. Wesentlich schwieriger ist es, einen der seltenen Braunbären zu Gesicht zu bekommen, die in den vergangenen Jahren nur in sehr entlegenen Gegenden gesehen wurden.
Doch die Dolomiten beherbergen auch Wiesel, Marder, Hasen und Eichhörnchen. Und der Himmel der Dolomiten ist von Rebhühnern bevölkert, die sich die höheren Regionen mit den majestätischen und seltenen Königsadlern und den sympathischen Raben und Krähen teilen. Weiter unten, in den Wäldern, finden sich Spechte, Eulen, Auerhähne und Käuzchen. Eine Vielzahl bunter Schmetterlinge flattern zwischen den Büschen und auf den Hochwiesen umher, und die reißenden Bergbäche sind die Heimat unzähliger Forellen.
Die Dolomiten. Ein Zauber, der sich seit Jahrmillionen wiederholt. Wenn der Tag zur Neige geht und die ersten Schatten den Abend ankündigen, ensteht eine zauberhafte Atmosphäre. Die rosafarbenen Bergwände. Eine Farbe wie im Märchen. Wie der blühende Rosenstrauch von König Laurino.
In diesem Zwielicht streichelt der Atem der Natur unwirklich, wie in einem Traum, die Berggipfel, die Kirchtürme, die historischen Befestigungen und die zeitlosen Felsen. Es ist die Erinnerung an eine Schöpfung, die sich stetig erneuert. Ein Gefühl, das Herz und Seele erwärmt. In der Nacht schließlich verzaubert das Licht des Mondes erneut die Monti Pallidi, die blassen Berge, bis die leuchtende Glut der Morgendämmerung den Tag zurückbringt.
Naturparks
Naturpark Dolomiti d'Ampezzo
Provinz: Belluno
Gegründet: 1990
Gebiet: Grenzt an den Naturpark Fanes-Sennes-Braies, umfaßt die Bergeketten des Ampezzo-Tals, vom Falzarego-Pass bis zum Tre-Croci-Pass, mit den Tofane, dem Val Travennanzes, der Croda Rossa, dem Val Padeon und den Gebieten von Fòses, Leròsa, Cianco de Crosc, Ra Stua und Antruiles
Größe: 11000 ha
Naturpark Fanes-Sennes-Braies Provinz: Bolzano
Gegründet: 1980
Gebiet: Liegt zwischen Valle Pusteria, Val di San Cassiano, Val di Landro und dem Naturpark Dolomiti d'Ampezzo und umfaßt die Alpi di Fanes, den Braies-See, den Sasso della Croce und den Picco di Vallandro.
Größe: 25680 ha
Naturpark Dolomiti di Sesto
Provinz: Bolzano
Gegründet: 1982
Gebiet: Val Pusteria, zwischen Valle di Landro und Valle di Sesto, mit Cima Undici, Croda dei Baranci, Tre Scarperi, Croda dei Toni und dem nördlichen Hang der Tre Cime di Lavaredo.
Größe: 11650 ha
Naturpark Dolomiti Bellunesi
Provinz: Belluno
Gegründet: 1990
Gebiet: Umfaßt das Gebiet zwischen dem Val Cismon und dem Valle del Piave und dehnt sich Richtung Maè-Becken und Agordino aus; mit den Gipfeln Feltrine, Monti del Sole, Gruppi dello Schiara und del Talvena
Größe: 32000 ha
Naturpark Sciliar
Provinz: Bolzano
Gegründet: 1974
Gebiet: Sciliar, Alpe di Ciapit, Tires, Siusi, Val Ciamin
Größe: 6386 ha
Naturpark Puez - Odle
Provinz: Bolzano
Gegründet: 1978
Gebiet: Odles di Eroe, Funes, Sasso di Putia, Gardenaccia, Sassongher, Puez, Cir.
Größe: 9400 ha
Naturpark Monte Corno
Provinz: BZ
Gegründet:
Gebiet: Zwischen Val d'Adige, Val di Cembra, Sella di San Lugano, Chiusa di Salorno
Größe: 6500 ha
Naturpark Paneveggio - Pale di San Martino
Provinz: Trento
Gebiet: Mittlere Zone der Lagorai-Kette und Pale di san Martino
Größe: ha 19711
Gegründet: 1967
Naturpark Adamello - Brenta
Provinz: Trento
Gegründet: 1988
Gebiet: Dolomiti del Brenta, Adamello
Größe: 618 qkm, davon 40000 ha in den Dolomiti del Brenta
Naturpark Dolomiti Friulane
Provinz: Pordenone und Udine
Gegründet: 1996
Gebiet: Val Cellina, Hochtal von Tagliamento, Val Tramontina, Val Colvera mit den Spalti di Toro, den Spalti di Monfalconi, Duranno, Cima dei Preti, Pramaggiore.
Größe: 36950 ha