Val di Zoldo

Der atemhauch der Dolomiten Unesco

Val di Zoldo und die Dolomiten Unesco

 

Aufgrund ihrer geologischen und landschaftlichen Schönheit zählt das Val di Zoldo zu den wichtigsten Gebieten der Dolomiten UNESCO-Weltkulturerbe. Versetzt in eine ferne Zeit glaubt sich der Wanderer durch das Gestein des umstehenden Gebirge, das ihn auf einer 150 Millionen Jahren langen Reise begleitet. Dieses erstaunliche geologische Erbe hat das Rückgrat der aktuellen Landschaft geschaffen.

Das Zoldo-Tal liegt zwischen dem UNESCO-System No. 1 (Monte Pelmo - Croda da Lago) und der Unesco No. 3-System (Pale di San Martino, San Lucano, Dolomiten Belluno, Vette Feltrine).

Der Monte Civetta - Die wand der wande

Der Monte Civetta bildet die Grenze zwischen dem Val Zoldana und der Region Agordino und ist die herrliche Kulisse der Ortschaft Alleghe. Am Nordwesthang des Monte Civetta sieht man eine mächtige, 1200 m hohe Steilwand. Sie ist etwa 4 km breit und zieht sich vom Cima Su Alto bis zum Torre Coldai hin. Unter den Alpinisten kennt man sie auch als „die Wand der Wände“, und mit den vielen Steigen ist sie heute ein Paradies für Sportkletterer. Um nur einige dieser Steige zu nennen: der Solleder-Lettembauer-Steig, der Philipp-Flamm-Steig, die Steige Aste und Andrich auf den Punta Civetta, der Carlesso-Steig auf den Torre di Valgrande, der Bellenzier-Steig auf den Torre d'Alleghe und viele andere sehr anspruchsvolle Klettersteige. Auf den weniger steilen Hängen im Zoldo Tal steht die Torrani Hütte. Zu diesem Schutzhaus gelangt man von NO über den Alleghesi-Steig, von S über den Tissi-Steig und von O über den einfacheren "Via Normale". Im Norden der Gruppe kommt man am Monte Coldai zur Sonino al Coldai - Hütte, und auf dem Hang Richtung Alleghese zur zentral gelegenen Tissi Hütte. 

“Civetta” Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Monte Civetta im Jahr1665 in einem Dokument mit dem Namen “Zuita”. In den offiziellen kartografischen Unterlagen hingegen ist er ab 1774 eingetragen. Die Herkunft des Namens ist umstritten. Grundsätzlich gibt es zwei Theorien: Eine lehnt ihn an das lateinische Wort Civitas an, denn wenn man den Berg von Alleghe aus betrachtet, ähnelt er einer Stadt mit Türmen. Andere Sprachforscher geben jedoch zu bedenken, dass man den Berg auch im Zoldo Tal Civetta (Zuita) nennt, und dort ist nichts von einer Stadt zu erkennen. Und so könnte sich Civetta (auf dt.: Eule) ganz einfach auf den Nachtraubvogel beziehen. Die lokale Tradition sieht in der Eule einen Unglücksbringer – und vielleicht wurde auch der Monte Civetta früher als unheilbringender Berg angesehen.

Der Monte Pelmo - der Gottes Thron

Der Monte Pelmo ist 3.169 m hoch und bildet die Grenze zwischen den Regionen Val di Zoldo und Valle del Boite. Der Berg hat eine sehr ungewöhnliche Form mit zwei Hauptgipfeln; einer ist der Pelmo im Norden, und der zweite ist der südlich gelegene Pelmetto (2.990 m). Ein anderes Merkmal ist das große Gletscherkar im Osten, durch das der Berg einem riesigen Stuhl ähnelt – und von den Einheimischen deshalb "el Caregon del Padreterno" (Gottes Thron) genannt wird. Am Fuß des Monte Pelmo stehen drei Schutzhäuser: die Hütte “Venezia-Alba Maria De Luca” (1.947 m; im O); die Città del Fiume – Hütte (1.918 m; im NW) und die Staulanza Hütte (1.766 m; im W). Der Pelmo ist auch aus paläontologischer Sicht interessant: unweit der Staulanza Hütte kommt man auf 2.050 m zu einem Felsen, auf dem man die Fußabdrücke von Dinosauriern entdeckt hat. 

Der Monte Pelmo war der erste bestiegene Dolomitengipfel: am 19. September 1857 erreichte der Engländer John Ball über das nach ihn benannte Felsband (“Cengia di Ball”) den Gipfel. Er wurde von einem lokalen Bergführer begleitet, der jedoch nicht bis auf den Gipfel hinauf kam. Ball schrieb, dass er den Monte Pelmo gewählt habe, weil er der schönste aller ihm bekannten Berge in den Dolomiten sei. Der Pelmetto hingegen wurde erstmals im Jahr 1896 von den Bergführern Clemente Callegari (“Battistrada” genannt) und Angelo Panciera ("Mago" genannt) bestiegen. 

In der lokalen Mundart wird der Berg “Pelf” genannt, und das steht für “haarig” bzw. „bewaldet“. Eine Legende aus dem Zoldo Tal erzählt, dass der Pelmo früher ein sehr grüner und waldiger Berg war, und dass es auf seinem Gipfel – dort wo heute das große Gletscherkar ist –eine große und von den Hirten intensiv genutzte Alm gab. Bei einem gewaltigen Erdrutsch sei jedoch der ganze Almboden verschwunden und übrig blieb nur der nackte Felsen, den wir heute sehen. In dieser Erzählung scheint ein Funken Wahrheit zu stecken: man hat zwei riesige und heute von der Vegetation versteckte Schotterablagerungen gefunden, die durchaus von einem gewaltigen Erdrutsch stammen könnten. Dieser Erdrutsch habe auch den Baè Bach aufgestaut und so im Gebiet der heutigen Ortschaft Mareson einen großen See gebildet, der allerdings wieder ausgetrocknete.