Geschichte in Val di Zoldo

Von einst bis heute

Die Wurzeln

Die Geschichte der Region Val di Zoldo ist uns erst ab dem frühen Mittelalter bekannt, denn dieses Gebiet lag weitab der Handelsrouten und war von keinerlei wirtschaftlichem Interesse. Es ist anzunehmen, dass die Zone während der Vorgeschichte nicht fest besiedelt war (in anderen Dolomitentälern wurden Hinweise auf Siedlungen gefunden), und auch zur vorrömischen Zeit (vielleicht bewohnten es die Noriker) und zur Römerzeit gab es hier angeblich keine festen Siedlungen. Aus letztgenannter Epoche stammen drei Inschriften in der Nähe des Monte Civetta, die wahrscheinlich die Grenze zwischen den Territorien Iulium Carnicum (Zuglio, in der Provinz Udine) und Bellunum (Belluno) anzeigten. Die Region Zoldano war über Jahrhunderte hinweg ein Grenzgebiet, zuletzt zwischen dem Bezirk Belluno (zu der sie gehörte) und dem Cadore.

Mittelalter

Wie bereits erwähnt, ist uns nichts Genaues über die Geschichte der Region im frühen Mittelalter bekannt, und die wenigen historischen Indizien sind eher dem Reich der Legenden zuzuschreiben. Es ist anzunehmen, dass es während der langobardischen Herrschaft zu einer ersten Verwaltung durch die Regole (Familienverbände) kam, und dieses System blieb schließlich bis ins 19. Jahrhundert aufrecht. Erstmals schriftlich erwähnt wurde die Region Zoldano in einer päpstlichen Bulle aus dem Jahr 1185. Damals verwaltete die Pfarre San Floriano in Forno di Zoldo das Gebiet, und es unterstand somit dem Bischof von Belluno. Später ging unsere Region gemeinsam mit dem Agordino in den Besitz von Ezzelino III da Romano über (1249) und anschließend war sie ein Gebiet der aus dem Oberen Cordevole Tal stammenden Familie Avoscano. Dann gehörte die Zone zu den Territorien von Ludwig I von Ungarn, der sie den Da Carrara vermachte. 1404 wurde Zoldo schließlich Venedig angeschlossen und blieb bis zum Fall der Republik 1797 unter der Herrschaft der Dogen.

Die Venezianische Republik Serenissima

Im Jahr 1508 war das Gebiet um Zoldo Schauplatz der Kämpfe zwischen Venedig und der Lega di Cambrai. Auch einige Zoldaner leisteten damals als gebietskundige Führer des Hauptmanns Bartolomeo d’Alviano einen wichtigen Beitrag zum Sieg Venedigs. Dank der Waldwirtschaft entwickelte sich das Tal zu einem Gebiet mit blühender Wirtschaft. Das Holz der Zoldanischen Wälder war sehr wichtig für Venedig: es wurde ins Arsenale (Schiffswerft, Zeughaus und Flottenbasis) geliefert und diente auch für den Bau der Häuser in Venedig, die sich auf unzählige Pfähle stützen, vor allem aber brauchte man es als Brennholz bei der Metallverarbeitung (in diesem Zusammenhang möchten wir auf die vielen Ortsnamen hinweisen, die sich auf diese Aktivität beziehen). Zwischen dem XVI. und XVIII. Jahrhundert wurden diverse elegante Palazzi errichtet, die noch heute von dieser großen Vergangenheit zeugen.

Das neunzehnte und zwanzigste Jahrhundert

Nach dem Fall der Republik Venedig ging das Tal in den Besitz Frankreichs über, dann gehörte es zu Österreich, dann wieder zu Frankreich und schließlich wurde es definitiv dem Habsburgerreich angeschlossen. Die neuen Herren finanzierten mehrere öffentliche Arbeiten; so wurde zum Beispiel die heutige Bundesstraße 251 ausgebaut, und man fertigte eine Landkarte des Lombardisch-Venetischen Reichs an, das heißt eine erste präzise graphische Darstellung unseres Berggebietes. Nach der Ereignissen während dem Risorgimento wurden die Gemeindem Zoldo Alto, Zoppè und Forno di Zoldo dem Italienischen Reich angegliedert (1866) – wobei Zoldo Alto als Kommune durch einen Zusammenschluss der Familienverbände (Regole) Coi, Mareson, Pecol, Pianaz, Fusine und San Tiziano oder Goima entstand. Mit der Zeit modernisierte sich die Industrie immer weiter, die traditionellen Gewerbe im Bereich der Metallverarbeitung gerieten mehr und mehr in Schwierigkeiten und viele Bewohner von Zoldo waren gezwungen, auszuwandern und anderswo ihr Glück zu suchen. Im ersten Weltkrieg war die Region Zoldano bis zur Befreiung am 3. November 1918 von Österreich-Ungarn besetzt.